Bestell-Link zum Kassetten-Album "Harald Gramberg & Sylvia Koloski - Spring Time", Release 01.06.2018:

Wie bereits auf seiner Facebook-Seite angekündigt, hat Harald Gramberg musikalisch mit seinem neuen Album "Spring Time" eine etwas andere Richtung eingeschlagen, was einen polarisierenden Effekt zur Folge haben wird.

 

Doch die treue Hörerschaft darf getrost aufatmen. Allzu viel hat sich im Klanguniversum des Künstlers nämlich gar nicht verändert. Außer der Message und die Früchte tragende Zusammenarbeit mit Sylvia Koloski, mit der Gramberg scheinbar eine Muse entdeckt hat, die sich sowohl lyrisch als auch kompositorisch auf sein Schaffen auswirkt.

 

War beim großartigen Vorgängeralbum Gravitation ein eher gewohnt melancholischer Vibe am Start, so sind es jetzt die optimistischen Schwingungen, die den Hörer auf die Frühjahrszeit einstimmen und sich langsam wie Knospen, zur Sonne hin gerichtet, öffnen.

 

Ein Maiglöckchenspiel bereitet den Hörer sanft auf die Beats vor, welche sich in der Mitte des Tracks "Spring Time" wie ein Herzschlag auf- und ausbauen. Vereinzelt nimmt man Wortfetzen wahr, die durch einen Vocoder unterstützt passend zur elektronischen Ausrichtung des Mülheimer Duos passen. Die Synthesizer-Sounds erinnern streckenweise ein wenig an Spliff oder Culture Club, was das Pop-Appeal der Platte unterstreicht und festigt.

 

Nach diesem sanften Einstieg findet man sich allerdings soundtracktechnisch fließend im vertonten Endzeit-Szenario eines Terminator Films wieder, bevor Beats, mit Paukenschlägen angereichert, majestätisch thronend einsetzen. Der Gesang im Hintergrund sorgt für einen Überraschungseffekt, in dem einzelne Wortfetzen wie ein Mantra gebetsmühlenartig wiederholt werden, was eine hypnotische Atmosphäre erzeugt. Dachte man zu Anfang, der Zugang zu "Stratosphere" sei schwierigerer Natur, so realisiert man zum Ende, dass man bereits die ganze Zeit mittendrin war.

 

Mit "Silver Lines in the Sky" fällt dem Hörer die Leitmelodie auf, wie man es aus den Kompositionen von Harald Gramberg gewohnt ist und stellt weiter fest, dass in der ersten Minute von "Jack With A Lanthorn" (auf Deutsch: Irrlicht) sehr viel passiert und es eine Menge zu entdecken gibt und gilt. Diese erzeugte Stimmung hält sich über die Länge des Tracks und zeigt Querverweise zu Nine Inch Nails. Künstlich erzeugte Stimmen verbildlichen dabei die erwähnten Irrlichter.

 

Tanzbar positiven Synth Pop bietet das klasse gemachte "Flight With The Raven", welches den cool gemachten Überraschungseffekt innehält, dass der Gesang von Sylvia Koloski zum Schluss noch einmal zurück in das Stück einbiegt. Die gewollt leichte Disharmonie trägt dabei, wie ein alter Freund, eindeutig die Handschrift des Elektro Musikers.

 

Darüber hinaus noch die irisch vertonte Volksweise "Black Velvet Band", die Ende der 60er Jahre vor allem durch The Dubliners bekannt wurde.

 

(Geschrieben von Daniel Wieland für www.hippiesland.de)